Die “Bücherdrucker“ in der Druckindustrie

Die Gruppe der “Bücherdrucker“ innerhalb der grafischen Industrie haben bei der Sicherung ihres Kerngeschäftsfeldes die nicht triviale Aufgabe, sich gegen Konkurrenz auch aus dem Ausland durchzusetzen. Insbesondere wenn es um Sonderausstattungen geht (z. B. Kinderbuch). Fragt man nach, warum der Fern- und Naheosten so erfolgreich ist, trifft man auf Themen wie, Kosten, Handarbeit u. ä.. Dass es auch andere Dinge gibt, wird oft vernachlässigt.

Bücherdrucker sind in der Regel größere vollstufige Druckereien (> 50 Beschäftigte) und haben üblicherweise fixe Strukturen innerhalb derer gearbeitet wird. Das Manko in den meisten Fällen ist, dass diese Druckereien stark auf sich und die im Haus eingesetzte Technologie fokussiert sind.

Die Sprache der Kunden sprechen

Die Entwicklung bezüglich des Verhaltens und eines annähernd gleichen Auftritts der Vertriebsmitarbeiter führte bei deren Kunden, der Verlagswelt, genau zum jetzigen Ergebnis (siehe Deutscher Drucker, Ausgabe 9. November 2017), nämlich dass Druckereien auf den Preis reduziert sind. Wohlbemerkt, dass war keine Zielsetzung der Verlage.

Nein, es ist eine mangelnde Innovationfähigkeit der Partner für Verlage einerseits und ein zu enger Blick auf die eigene Welt. Obwohl historisch sehr eng mit der Verlagswelt verbunden, fällt es den meisten Menschen, die in der Druckindustrie arbeiten sehr schwer, sich in die Aufgabenstellungen und die damit einhergehenden Engpässe von Verlagen, einzufühlen. Damit ist verbunden, dass Druckereien eben nicht die Denkmuster und die Sprache der Verlage sprechen.

Das Beschäftigen mit den Kernaufgaben eines Verlages

Die Verlagswelt ist eben mehr als “Die Auflagenhöhe oder “Die Farbigkeit des Inhalts“.      Verlage müssen einerseits adäquate Inhalte und Illustrationen liefern und andererseits den Umschlag oder Einband als zeitgemäße, u. U. mit Features bestückte Verkaufsverpackung, liefern. Die Kunden der Verlage erwarten heute eben mehr als nur gedruckte Inhalte. Bis es zum gedruckten Buch kommt, dauert es in z. B. Fachverlagen (Schulbuch), mitunter Jahre bis alles in einer Datei an die Druckerei geliefert wird. Die einzelnen Fachbereiche (z. B. Illustratoren u. a.) mit ihren jeweiligen Experten, müssen koordiniert und abgewogen werden. Es gilt, dem Marketing bestmöglichste Voraussetzungen für den erfolgreichen Verkauf ihrer Bücher bereitzustellen. Ist der Status “Datei fertig“ erreicht, erwarten die Beteiligten in den Verlagen keine zu lösenden Problembenennungen aus der Druckerei mehr. Da ist es einfach unangenehm, wenn der Drucker mit Nachfragen kommt, die in keinem Verhältnis zur bisherigen Anstrengung bei der Herstellung des Buchtitels steht. Drucken gehört nicht zu den Kernaufgaben der Verlagsmitarbeiter. Das und die damit verbunden Antworten auf eventuelle Fragen, sind Kernaufgabe des Druckers. Um diese anstehenden Fragen, die es immer wieder gibt beantworten zu können, bedarf es einem guten Einfühlungsvermögen der Druckerei und deren Beschäftigten in die Kerngeschäfte des jeweiligen Verlagskunden. Erst eine geistige Verbundenheit mit der Zielgruppe ermöglicht der Druckerei ein zaghaftes Loslösen von der Preisschiene.

Die Druckerei als Ideenlieferant

Die Aufgabe einer Bücherdruckerei sollte sich demnach nicht in der technologischen Umsetzung erschöpfen, sondern zu einer Teilnahme an den Herausforderungen der Verlage verpflichten. Dazu benötigt die Druckerei an bestimmten Stellen Mitarbeiter, die eine gute geistige Nähe und Affinität zum Verlagsgeschäft haben. Seit Jahren schon feststellbar ist die Teilnahme von Verlagsmitarbeitern an Symposien und Vorträgen, bzw. Produktneuerungen der Druckindustrie. Das ist ein Vorteil den es zu nutzen gilt. Deswegen ist der Vertriebsmitarbeiter der Bücherdruckerei immer aufgefordert einen dem Kunden nutzbringenden Dialog zu führen. Eine Symbiose zu bilden, das ist das Ziel.

Die Personen eines Verlages, die sich um Kenntniserweiterung aus der Druck- und Medienwelt bemühen, gilt es zu unterstützen und das aus dem Dialog gewonnene Wissen, wiederum in innovative Ideen der Druckerei umzumünzen. Dann wird aus einem vergleichbaren “teuren Bücherdrucker“ ein Partner für Verlage. Eine Partnerschaft bedeutet, sich einzusetzen, damit der Andere einen Nutzen hat. Der Bücherdrucker wird zum Ideenlieferant, weil er frühzeitig “spürt“ was der Kunde braucht oder brauchen könnte. Der Bücherdrucker ist das ergänzende, positive Element, wenn es um die Herstellung von Büchern geht. Damit ist die Kernaufgabe der Vertriebsmannschaft von Bücherdruckereien bestens beschrieben.

Fazit: Verlage benötigen innovative Partner, die das Verlagsgeschäft fast genauso gut verstehen, wie die Verlage selbst. Bücherdrucker müssen permanent ein Ohr an der Entwicklung der Bücherwelt und deren Bedürfnisse insgesamt, haben. Den technologischen Fortschritt in der Druck- und Bindeindustrie eruieren die Mitarbeiter der Verlage intrinsisch motiviert von alleine. Detailfragen können sie dann beim Drucker klären.

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