Die mittlere Führungsebene

Die allgemein als mittlere Führungsebene bezeichneten Führungspositionen bedürfen in den kleineren und mittleren Druckereien einer besonderen Aufmerksamkeit. Von Abraham Lincoln stammt die Aussage: „Willst Du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht“.

Die Führungsstrukturen

In Druckereien mit einer Größe von 5 bis 50 Mitarbeiter ist der Aufbau der Führungsstruktur sensibel zu gestalten. Bevor Positionen besetzt werden ist die Frage zu beantworten, was man damit erreichen möchte, bzw. was das Ziel ist. Nicht zu vernachlässigen ist die Verteilung der Aufgaben. In Fällen von Neueinstellungen ist auch die Frage zu beantworten in welchem Umfang der Neue den Unternehmer im Tagesgeschäft entlastet.                                                                                                        In Betrieben innerhalb der v. g. Größenordnung und historisch gewachsenen Führungsstrukturen, ist eine Analyse des Bestehenden vor dem Hintergrund jetziger und zukünftiger Anforderungen sinnvoll und auch wichtig. Das Ergebnis sollte die Frage nach der Anzahl von Abteilungsleitern oder der Sinnhaftigkeit einer Einrichtung der Betriebsleiterstelle beantworten.                                                                                           Je nach Führungskompetenz des Geschäftsführers ist es gewinnbringender eine vermeintlich wichtige Position eher mal nicht zu besetzen und mehr das vorhandene Personal mit Verantwortungserweiterung zu nutzen. Dazu bedarf es allerdings einer guten Ablaufstruktur sowie klarer Regeln. (Fast jeder) sollte wissen, welchen Entscheidungsspielraum er in der jeweiligen Situation hat, dazu bedarf es sinnvollerweise einer kontinuierlichen Begleitung durch den Unternehmer.

Der Betriebsleiter

In etlichen Druckereien mit Belegschaftsstärken von weniger als 100 Mitarbeiter wird bei entsprechend guter Aufstellung bzgl. der internen Abläufe die Position der Betriebsleitung überbewertet. In Betrieben mit weniger als 30 Mitarbeitern sollte diese Position nicht etabliert sein. Die Abteilungsleiter sind bei adäquater persönlicher Befähigung zur Führung und kontinuierlicher Weiterbildung im Bereich der Mitarbeiterführung ausreichend. Eine weitere Hierarchie in der Betriebsgröße wirkt sich i. d R. bremsend aus.

Die Charakterstärke

An dieser Stelle sei an die Aussage von Abraham Lincoln erinnert. Eine charakterliche Befähigung ist sinnvoller Weise bereits im Bewerbungsgespräch zu eruieren. Dazu braucht es aber auch gewisse Fähigkeiten. Diese kann man aber auch extern nutzen. Aufgrund einer fast als unzulänglich zu bezeichnenden Entwicklungen in der Druckindustrie, hat sich über Jahrzehnte hinweg eingebürgert, dass der beste Drucker oder Buchbinder irgendwann, wenn eine Stelle vakant wurde, zum Abteilungsleiter oder Betriebsleiter gemacht wurde. Das Fachwissen stand in der Eignungsskala immer ganz oben, mit fatalen Auswirkungen. Solange die Druckerei gut zu tun hatte, war alles im Lot. Sobald aber in schwierigen Zeiten die Führungsattribute benötigt wurden, kam es zu Kollisionen zwischen Belegschaft und Führungsebene ebenso wie zur Geschäftsführung hin. Da waren plötzlich Dinge gefragt, die manche Führungskräfte aufgrund ihrer persönlichen Eignung gar nicht bringen konnten. Das ist der Punkt, an dem die Charaktereigenschaften zu Tage treten. In Krisensituationen trennt sich schnell der Spreu vom Weizen. Da wird dann viel nach unten getreten und nach oben, gutes Wetter gemacht.

Teamarbeit hat Vorrang

Die Zeit ist auch in Druckereien längst reif, mehr teamorientiert zu arbeiten. Der Unternehmer muss sich öffnen und eine Struktur für Teamarbeit schaffen. Teamergebnisse sind immer größer als die Summe der Einzelergebnisse. Je mehr Team, desto weniger Ballast in Form von Hierarchien. Teamorientiertes Arbeiten bedeutet nicht Laissez-Faire sondern Schaffenskraft und Innovationspotential.

Fazit: Die Charaktereigenschaften sind das entscheidende Moment bei den Personen, die im mittleren Management wirken, um dem Unternehmen in nicht ganz so guten Zeiten, positive Impulse zu geben. Ein Gradmesser ist sicherlich, zu beobachten, wie manche Führungskräfte mit der ihnen gegebenen “Macht“ umgehen.

Teamarbeit – nicht zu unterschätzen

In der Druckindustrie sind die kleinen und mittleren Betriebsgrößen in der Mehrzahl. Wobei die Kleinbetriebe das Gros bilden. Demnach sind dort für den Unternehmenserfolg neben einer guten Geschäftsführung eine gut funktionierende Teamarbeit unumgänglich.

Teamerfolg

Seit einiger Zeit weiß man, dass die Summe des Teamerfolges immer höher ist, als die Summe der Einzelpersonen. Das bedeutet, mit Teamgestaltung erhöht die Unternehmensleitung das Ergebnis. Auf dem Weg zum Teamergebnis und mit entsprechender Begleitung, fließen mehr reflektierte und damit positive Fähigkeiten in ein Projekt ein. Die Ausgestaltung bei der Benennung eines “Projektes“ ist vielfältig und hat fast keine Grenzen. Ein gut funktionierendes Team kann Berge versetzen. Vor allem lässt die Teamarbeit Kooperationen bei der Durchführung von Aufgaben zu, sie wird geradezu gefördert. Das ist wesentlich höher zu bewerten als kollegiale Hilfe.

Teamarbeit vs. veraltete Führungsstrukturen

Es ist in vielen Druckereibetrieben noch erlebbar, dass infolge der gewachsenen Struktur, bestimmte Positionen nach wie vor personell mit explizitem Status besetzt sind. Abteilungsleiter und Betriebsleiter stehen dem Chef zur Seite. In Druckereien mit überschaubarer Größe (35-50 MA) konterkariert dies das Vorwärtskommen des Betriebes. Manchmal dient der Betriebsleiter auch als Schutzmauer für den Chef. Solche Strukturen stehen einer teamorientierten Arbeit diametral gegenüber. Ein funktionierendes Team entwickelt sich eigendynamisch und ist intrinsisch motiviert und generiert den Erfolg fast ohne Vorgaben mittels den im Team befindlichen Fähigkeiten. Dies gilt insbesondere für die geistige Schaffenskraft. Mit einer sogenannten “Alpha-Struktur“ erreicht man höchstens, dass sich viele in der Belegschaft an vorgegebene Regeln halten. Die meisten verlassen sich darauf, dass der Meister oder Betriebsleiter für anstehende Problem, entsprechende Lösungen parat hat. Da braucht der Einzelne sich nicht um alles Gedanken zu machen. Damit ist die Innovationskraft eingeschränkt und schadet der Entwicklung der Druckerei oder verschafft zumindest kein Vorteil. Das ist allerdings hinsichtlich der Marktentwicklung innerhalb der Druckindustrie ein gravierender Nachteil. Weiterhin ist bei der “alten Führung“ das Thema persönliche Weiterentwicklung nicht zu unterschätzen. Das System mit Hierarchien zu führen beeinträchtigt die Förderung von Vielen und kann nur einzelne herausstechende Mitarbeiter fördern. Die Mehrheit verliert i. d. R. aufgrund des Systems.

Da bei der teamorientierten Arbeitsweise zielorientierte und damit vorzugshafte Fähigkeiten besser zu Tage treten, können diese individuell besser gefördert werden. Menschen wollen von Natur aus Erfolg haben. Diese wichtige Erkenntnis kann sich ein Unternehmen zu Nutze machen. Ein Team braucht Aufgabenstellungen, die erreichbar sind und ganz wichtig: Es braucht Begleitung. Das kann der Chef selbst übernehmen – allerdings nur als Teil des Teams!

Der Chef als Teil des Teams

Für manchen sicher schwer vorstellbar und für einige die größte Herausforderung: Als Chef, der dazu noch im Tagesgeschäft involviert ist, sich im Team zu integrieren. Das sind in der tat Herausforderungen.

Eine Teamerfolg kommt nur dann zustande, wenn nicht ein einziger sagt wo es lang geht. Das Team-Ziel wird immer vom gesamten Team erarbeitet, definiert und als solches auch festgeschrieben. Der Chef ist in der Teamarbeit einer unter vielen. Entscheidend ist dann die Ausprägung gute Dialoge führen zu können und anzuerkennen, dass die Kommunikation eines der wichtigsten Fähigkeit bei der Teamarbeit ist. Er sollte nicht die Position eines Teamführers einnehmen aber er kann sehr wohl der informelle Führer sein.

Voraussetzungen

Es gibt einige grundlegende Voraussetzungen, die ein teamorientiertes Arbeiten erst möglich machen. Ein gravierendes Merkmal ist die Transparenz bei unternehmerischen Entscheidungen.

Geäußerte Gedanken und Handlungen der Geschäftsführung müssen, zumindest für die Mehrzahl der Beschäftigten, nachvollziehbar sein und eine breiten Zustimmungsgrad erreichen. Eine gut fundierte Vertrauensbasis ist nur mit Wertschätzung und verlässlicher Kommunikation zu bekommen. Individualbewertungen müssen nach dem Fähigkeitsprofil und dem aktuellen Status des Betroffenen erfolgen. Auch diese Individualbewertungen müssen sachlich und so weit wie möglich nachvollziehbar sein. Berechenbarkeit und Authentizität des Chefs im täglichen Miteinander sind wichtige Parameter.

Fazit: Nach derzeitigen Erkenntnissen ist ein teamorientiertes Arbeiten in den meisten Fällen vorteilhaft und ganz wichtig: Es entlastet den Unternehmer im Unternehmen. Viel Entscheidungen im Tagesgeschäft müssen nicht vom Chef selbst getroffen werden. Den Mitarbeitern sollte man demnach mehr zutrauen und mehr Vertrauen schenken. Sie sind oft stärker am Erfolg des Unternehmens interessiert, als mancher für möglich hält.

Zum Jahresende

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die Annahme der Bloginhalte bedanken. Die Zugriffszahlen entwickelten sich auch dieses Jahr in Folge, recht ordentlich und motiviert weiter zu schreiben.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr, sowie ein gesundes und erfolgreiches 2019.